Ellen Klauke Ph.D.

Heilpraktikerin

Niedriger Vitamin D-Spiegel – hohes Alzheimer Risiko

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Niedriger Vitamin D-Spiegel – hohes Alzheimer Risiko
Aus Hevert-Newsletter 06/2013 Newsletter.

In Deutschland besteht in fast allen Altersgruppen eine Unterversorgung mit Vitamin D. Besonders in den sonnenarmen Monaten (Oktober bis April) ist häufig ein schwerer Vitamin D-Mangel festzustellen. Besorgniserregend ist die Vitamin D-Versorgung bei älteren Menschen, bei denen die Vitamin D-Produktion in der Haut stark eingeschränkt ist. Neben anderen Gesundheitsrisiken wird ein Vitamin D-Mangel auch mit einer eingeschränkten kognitiven Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht. Balion et al. untersuchten in einer Übersichtsarbeit die Assoziation zwischen Vitamin D-Versorgung, kognitiver Leistungsfähigkeit und Demenz.

In ihrer Übersichtsarbeit (1) verglichen die Autoren 37 englischsprachige Studien, die Kontrollgruppen einschlossen und bis 2010 veröffentlicht wurden. Acht Studien enthielten Ergebnisse des Mini-Mental-Status-Tests (MMST)*, die einen Vergleich der kognitiven Defizite zwischen Patienten mit einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung (unter 50 nmol/L) und einer ausreichenden Versorgung (50 nmol/L und mehr) erlaubten. Während ein Vergleich der gewichteten mittleren Differenz** hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit zwischen den einzelnen Studien sehr unterschiedlich ausfiel, war allen Studien eins gemeinsam: Patienten mit höheren Vitamin D-Spiegeln schnitten bei der Messung ihrer kognitiven Fähigkeiten besser ab (p = 0.002).

Vitamin D-Mangel – ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem

Bezogen auf einen Grenzwert von 75 nmol/L weisen 40 bis 45 % der deutschen Allgemeinbevölkerung eine Vitamin D-Unterversorgung auf und weitere 15 bis 30 % einen ausgeprägten Vitamin D–Mangel, wie Daten von Zittermann et al. (2) belegen. Ebenso sind nach einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts in Berlin weder Kinder jenseits des 2. Lebensjahrs (3) noch Erwachsene (4) ausreichend mit Vitamin D versorgt. Eine weitere Studie der Universität Lübeck (5) fand bei allen untersuchten 25-VitD-Proben von 85.000 Menschen aus Norddeutschland eine ganzjährige Unterversorgung mit dem Sonnenvitamin. Besonders dramatisch waren die Messwerte in den Monaten Januar bis April, bei 30 % der in diesem Zeitraum untersuchten Personen wurden Vitamin D-Werte unter 25 nmol/L gemessen. Die Empfehlung der Autoren lautet daher, zumindest bei Risikopersonen in den Monaten Januar bis März die Vitamin D-Spiegel zu bestimmen, um rechtzeitig therapeutisch eingreifen zu können.

Zur Vorbeugung und Behebung eines Vitamin D-Mangels hat sich die Supplementierung mit Colecalciferol bewährt, das beispielsweise in Vitamin D3-Hevert enthalten ist.

Kognitive Defizite bei niedrigem Vitamin D-Status

In ihrer Übersichtsarbeit stellten Balion et al. fest: Niedrige Vitamin D-Spiegel sind mit einer geringeren kognitiven Leistung assoziiert und einem höheren Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken. Bestätigt wurde dieses Ergebnis durch zwei neuere Untersuchungen: Eine französische Studie stellte bei 498 Bewohnerinnen eines Altenheimes fest, dass eine niedrige Vitamin D-Zufuhr das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung erhöht. (6) Laut einer Studie des Medical Centers in Minneapolis an 6.257 Bewohnerinnen von Seniorenheimen machte ein niedriger Vitamin D-Spiegel empfänglich für Hirnleistungsstörungen und kognitive Defizite. Bei einem Vitamin D-Status unter 50 nmol/L trat bei vorbestehenden kognitiven Störungen eine signifikante Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit ein. (6)

Neue Studien sind auf dem Weg

Hinsichtlich der Frage, ob eine Vitamin D3-Substitution die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert, liefern die relevanten Studien uneinheitliche Ergebnisse. Neue Studien sind auf dem Weg, darunter eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Pilotstudie, die die Wirkung von wöchentlich 50.000 IE Vitamin D auf die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit untersucht. (7)

* Der MMST (MMSE Mini-Mental State Examination) ist das am häufigsten benutzte Screening-Verfahren zur Feststellung kognitiver Defizite. Der von Folstein et al. 1975 entwickelte Test wird sowohl zur Erstbeurteilung als auch zur Verlaufskontrolle von Demenz und Alzheimer genutzt.

** Gewichtete mittlere Differenz (Weighted Mean Difference, WMD)
Effektmaß für kontinuierliche Endpunkte, die auf derselben Skala gemessen werden (z.B. Größe) zur Beschreibung des Gesamteffekts, wenn Studien in Meta-Analysen gepoolt werden. Dabei erhalten die Einzelstudien ein unterschiedliches Gewicht, um die Präzision des Effektschätzers zu berücksichtigen. Üblicherweise geht hier die Größe der Studie ein.
Definition nach Cochrane-Glossar.
Das Deutsche Cochrane Zentrum

 Quellen:

(1.) Balion C, Griffith LE, Strifler L, Henderson M, Patterson C et al. Vitamin D, cognition, and dementia: A systematic review and meta-analysis. Neurology 2012; 79 (13): 1397-1405

(2.) Zittermann A. The estimated benefits of vitamin D for Germany. Mol. Nutr. Food Res. 2010; 54: 1164-1171

(3.) Hintzpeter B, Scheidt-Nave C, Müller MJ. Higher prevalence of vitamin D deficiency is associated with immigrant background among children and adolescents in Germany. J. Nutr. 2008; 138 (8): 1482-1490

(4.) Hintzpeter B, Mensink GB, Thierfelder W. Vitamin D status and health correlates among German adults. Eur J Clin Nutr 2008; 62: 1079-1089

(5.) Diehl A, Wedel S, Lehnert H, Kramer J. Epidemiologische Untersuchungen zur Häufigkeit eines Vitamin D-Mangels in Norddeutschland.

(6.) MNT medicalnewstoday.com. Link between vitamin D and women´s cognitive performance. 4 Dec. 2012

(7.) Vitamin D Supplementation on Physical and Cognitive Function-Pilot Study. Sponsor: Department of Veterans Affairs. ClinicalTrials.gov Identifier: NCT01229878

(8.) clinicaltrials.gov/show/NCT01229878

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