Ellen Klauke Ph.D.

Heilpraktikerin

Für Sie gelesen: Aus Info3

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Info3

bringt Licht in den Dschungel der Anthroposophie-Klischees:
Es gibt eine schier unerschöpfliche Reihe von Fragen zu auffälligen Phänomenen in der Anthro-Welt.
In dieser Rubrik fragen wir ausgewiesene Expertinnen und Experten nach Ursprüngen und Begründungen.
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Haben auch Sie eine Frage zu Besonderheiten der Anthro- Welt?

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„Was bedeutet eigentlich Bewusstseinsseele?“
„Bewusstseinsseele“ – wenn dieser Terminus von Anthroposophen gebraucht wird, zumal in der Steigerungsform „Bewusstseinsseelen-Zeitalter“, wird es meist feierlich. Aber was meint dieses Wort-Ungetüm eigentlich?
„Bewusstseinsseele“ ist ein Begriff aus der menschenkundlichen Lehre Rudolf Steiners, die nicht nur zwischen Leib, Seele und Geist unterscheidet, sondern auch innerhalb der Seele noch einmal differenziert: Am „unteren“ Ende, da wo unser inneres Erleben es mit leiblich vermittelten Eindrücken zu tun hat, wirkt die „Emp- findungsseele“. Eigenständiger, weil weniger angewiesen auf äußere Impressionen, agiert da schon die „Verstandes- und Gemütsseele“. Sie ist selbsttragender und autonomer als das nur empfindende Seelenleben, sie lebt, wie der Name andeutet,
in Stimmungen und Gefühlen (Gemüt) sowie in Vorstellungen, Erinnerungen und Gedanken (Verstand). Bei der Bewusstseinsseele kommt nun eine weitere Schicht hinzu: Zwar sind auch Empfinden, Fühlen und Vorstellen Erscheinungen des Bewusstseins; aber erst auf einer weiteren Stufe tritt das Bewusstsein von Bewusstsein selbst auf, die Fähigkeit, ein Bewusstsein von Bewusstsein als solchem zu haben. Hier geht es um eine Art von Erwachen innerhalb des Bewusstseins, durch das sich auch das Verhältnis zu uns selbst ändert. Während wir es als empfindende und auch als Verstandes- und Gemütsmenschen vornehmlich mit unseren eigenen Zuständen zu tun haben, gewinnen wir erst auf der Ebene des Sich-bewusst-Seins- über-Bewusstsein ein objektives Verhältnis zu uns selbst und zu den Dingen, einen Zugang zu Wahrheiten jenseits von reflexhaften Eindrücken oder des persönlichen Bevorzugens und Fürwahrhaltens. Im Zusammenhang mit der bewusstseinsgeschichtlichen Entwicklung der Menschheit als Ganzer sah Steiner das Herausarbeiten dieser Qualität als Herausforderung des modernen Zeitalters an, in dem wir mitten drinnen stehen – und formulierte insofern tatsächlich ein großes Ziel.

ANTHROPOSOPHIE IM DIALOG

OKTOBER 2013 info3
Buchtipp: Mehr dazu schreibt Steiner in seinem Buch Theosophie.

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